Der älteste Zivilflughafen Italiens liegt in Venedig, genaugenommen am Lido, der langen schützenden Insel zwischen Lagune und offenem Meer. Mit dem Vaporetto sind es paar Minuten vom Markusplatz, danach nimmt man am besten ein Fahrrad, um das hundert Jahre alte Art-déco-Juwel zu erreichen – oder man landet auf der Graspiste und parkt seinen Flieger elegant vor dem Empfangsgebäude.



Die Jets wurden größer und nehmen seit den Sechzigern den Marco-Polo-Aeroporto. Danach verfiel das rationalistische Baudenkmal, der Aeroclub Venezia rettete es im letzten Moment, nach 2000 wurde es renoviert. nun gilt der Flughafen unter Fachleuten als einer der schönsten der Welt. In der Zwischenkriegszeit war der Lido mit seinen Grand Hotels Treffpunkt der mondänen Welt, und bis heute ist Nicelli exklusives Entrée für die High Society, die sich ungern mit den sonst allgegenwärtigen Tagestouristen mischt: Zuletzt sorgte die Hochzeit von Jeff Bezos für Helikopter-Pendelverkehr zwischen Luxusyachten, dem historischen Flughafen und den Partylocations.
Aber auch für den normalen Touristen ist es ein verträumter Ort, an dem man das Europa von gestern spürt. In der Halle hängen Kunstwerke mit dynamischen Luftfahrtmotiven von Guglielmo Sansoni, die Karte an der Wand zeigt die Linienflüge von vor hundert Jahren. Das Restaurant ist zwar nicht mit ganz kleinen Geldbörsen kompatibel, aber an so einem Ort erwartet man sowieso keine billige Imbissbude. Natürlich kann man sich auch einfach in die Halle setzen und die Ruhe genießen: Der Flughafen Nicelli ist einer der stillsten Orte Venedigs.
































































