…so würde das Kapitel heißen, hätte Italo Calvino in seinem Buch „Die unsichtbaren Städte“ Bologna erwähnt. Praktisch jedes Haus hat vorgelagerte Arkaden, damit sind die Gehsteige geschützt und die Wohnfläche darüber vergrößert. Diese Arkadengänge sind teilweise UNESCO-Kulturerbe, und der längste gedeckte Weg geht fast 5 Kilometer einen Berg hinauf zur Kirche San Luca: Kreuzweg mit Aussicht.



Entstanden sind die Arkaden, um den Wohnraum zu vergrößern: 1288 schrieb die Stadt vor, dass alle Häuser so gebaut werden sollten, zwei Meter sechsundsechzig hoch, passend für einen Reiter mit Hut. Über den Gehsteigen sind nun Zimmer, die Häuser stehen auf Stelzen, die Fußgänger sind vor Sonne und Regen geschützt. Es gibt hohe und niedere, prachtvolle und schlichte Arkadengänge – und sie machen das Stadtbild enorm plastisch, verschränken Innen- und Außenraum, sind Aufenthaltsort und Treffpunkt. Mit der Nase kann man die Häuser hinter den Bögen erspüren: Küchengerüche kommen aus der kleinen Osteria ums Eck, versteckte Gärten bringen eine Ahnung von Jasmin, im Zentrum entlassen Luxusmarken den Parfumduft von Reichtum in die Gassen.


